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Konficastle 2011 – Ein Rückblick

Mitte November waren die Konfirmanden beim Konfi-Castle.

Antje Geyer war als Mitarbeiterin mit und berichtet hier.

Jugendliche, die ihren Pfarrer mit verbundenen Augen souverän über einen glitschigen Baumstamm in luftiger Höhe lotsen, mit Playmobilfiguren Bibelszenen insszenieren oder kurzerhand eine rohe Zwiebel verschlingen, um für ihr Team einen heißumkämpften Punkt zu ergattern: Beim Konfi-Castle, der Konfirmandenfreizeit, die im November im CVJM-Freizeitzentrum Rodenroth stattgefunden hat, ist das keine Seltenheit.

Das Konzept bewährt sich dabei immer wieder aufs Neue, so erleichtert es kleineren Kirchengemeinden die Vorbereitung und Durchführung von Konfirmandenfreizeiten, die diese mit ihren begrenzten Mitteln kaum stemmen könnten.

Dieses Jahr haben sich Gruppen aus Lützelinden, Waldgirmes und Niederbiel zusammengeschlossen, um gemeinsam ein erlebnisreiches Wochenende zu verbringen.

Die tägliche Power-Hour, Synonym für eine kleine Andacht mit viel Musik, für die eine vierköpfige Band sorgt, sowie die anschließende Arbeit in Kleingruppen, die sich mit Glaubensfragen beschäftigen, sind vom Konfi-Castle nicht wegzudenken. Schließlich ist es das Ziel der Veranstaltung, Jugendliche auf ihre Konfirmation vorzubereiten, indem sie diese beispielsweise zum Nachdenken über ihr Gottesbild anregt. Die Konfirmation soll nämlich ursprünglich nicht die inoffizielle Erlaubnis zum Alkoholkonsum, sondern der Beginn einer Beziehung mit Gott sein. Die Möglichkeit, zu erfahren, wer Gott ist und was es bedeutet, mit ihm in Kontakt zu stehen, bekommen die Konfirmanden während des Konfi-Castles. Und damit gerade die Kleingruppenarbeit nicht doch klosterähnliche Züge annimmt, wird sie aufgelockert durch praktische Tätigkeiten. Gute Gespräche kommen natürlich auch nicht zu kurz.

Dieses Wochenende schwingen einige Jugendlichen den Pinsel und erstellen bunte Plakate mit fantasievollen Vorstellungen von Gott, andere erproben bei Vertrauensspielen ihren Mut und die Zuverlässigkeit ihrer Kameraden. Eine Gruppe Mädchen präsentiert stolz die selbsterstellte Fotostory zur Berufung des Petrus und genießt sichtlich ihren wohlverdienten Applaus.

Auch das ist ein Ziel des Konfi-Castles: Dass Jugendliche sich ausprobieren und Anerkennung gewinnen. Hoch im Kurs liegt auch die Gemeinschaft zwischen den Konfirmanden, Mitarbeitern und Altersgenossen. Und wo lässt sich Gemeinschaft besser erleben, als beim gemeinsamen Kickern, Gesellschaftsspiele- oder Wii-Spielen?

Bei der freien Zeit am Abend, Open Space genannt, herrscht beim Konfi-Castle, trotz umwerfender Geräuschkulisse, eine einzigartige Stimmung. Da sitzen Pfarrer und Konfirmand gemeinsam an einem Tisch, schlürfen Cocktails und beobachten amüsiert eine spontane Improvisationseinlage der zusammengewürfelten Mitarbeiterband.

Spaß kommt bei der diesjährigen Veranstaltung auch beim neuen Wetten-dass...-Abend nicht zu kurz. Wenn Konfis sich freiwillig mit rohen Eiern bewerfen, ein Auto den Berg hochziehen oder sich die Haare pink färben lassen, müssen Mitarbeiter als Wetteinsatz schon mal das chaotische Zimmer der Jungen putzen oder für den Rest der Freizeit mit Stäbchen essen. Sowohl die Ausführung der Wetten, als auch der Wetteinsätze sorgt für große Erheiterung und dröhnende Lachsalven.

Highlight ist die Thomasmesse. In dem mit farbenfrohen Tüchern geschmückten und von Kerzen in ein warmes Licht getauchten Raum herrscht eine ganz besondere Atmosphäre, in der sogar die unbändigen Jungs zur Ruhe kommen. Neben leiser Klaviermusik und vereinzeltem Flüstern ist kein Laut zu vernehmen. In diesem Rahmen haben die Jugendlichen die Möglichkeit, Gott auf die unterschiedlichste Weise zu begegnen, sei es beim Malen, bei einer Schreibdiskussion, beim Sägen eines Holzkreuzes oder in der Stille. Dieses Angebot ist freiwillig, daher gibt es neben denjenigen, die sich intensiv damit beschäftigen auch einige, die dies ablehnen, und sich lieber bei Tischtennis- oder Hockey-Tunieren vergnügen.

Das Konfi-Castle war erneut ein voller Erfolg und wird es sicher auch im nächsten Jahr wieder werden.

(Antje Geyer)

 

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