Konsum ist das Einzige, was uns noch eint
Religion ist es wohl nicht. Immer mehr Menschen basteln sich ihre höchst individuelle lifestylekompatible Glaubensmixtur. Gemeinsame Werte sind es in unserer pluralistischen Gesellschaft wohl auch nicht. Was bleibt, ist der Mammon. Und Weihnachten ist das Fest, an dem wir unsere Einigkeit in dieser Hinsicht maßlos zelebrieren: Die aktuelle Werbekampagne von Media Markt ist ein Beispiel dafür. "Weihnachten wird unterm Baum entschieden" Das funktioniert nach der Logik: Möglichst teuer, möglichst groß - und schon ist Weihnachten gerettet. Peter Hahne, ZDF-Journalist in Berlin nennt diese Kampagne "furchtbar" und die "Endstufe der Kommerzialisierung". Ja, vielleicht. Aber vielleicht ist diese Werbestrategie eben auch nur der Spiegel dessen, was wir längst schon leben: Konsum und Kommerz als Bindemittel für alle: Wer hat, kann sich noch mehr leisten als er eh schon hat. Leider gibt es da Ausnahmen. Wer nicht hat ... nun, für die Habenichtse ist es halt dumm gelaufen. Sie fallen selbst aus dieser Solidarität des Konsums heraus. Zum Glück gibt es da noch was anderes. Weihnachten ist schon entschieden. Wenn wir als Christen Weihnachten feiern, stellen wir die Logik wieder vom Kopf auf die Füße: Das Eigentliche sind nicht die Geschenke, sondern die Geburt Jesu. Und deshalb, weil wir uns darüber freuen, schenken wir uns etwas.
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen entspannte Weihnachtseinkäufe. Herzlich Ihr Pfarrer Frankjörn Pack |


